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13.
Marathon-, Halbmarathon- und 10-Kilometer-Lauf auf der Großen Chinesischen Mauer |
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5.
September 2009 - Jinshanling
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Auf der Großen Chinesischen Mauer gibt es zwei Laufveranstaltungen. Der dänische Reiseveranstalter Sören Rasmussen schickt seine Läufer im Mai bei Huangyaguan auf die 42, 21 und 10-Kilometer-Strecke. Gelaufen wird immer nur der kleinere Teil der betreffenden Distanz auf der Mauer. Anspruchsvoller
ist der Münchener Veranstalter Wichart Hölscher, der den Startschuss
bei Jinshanling gibt. Er lässt seine Athleten bei den drei Standardlängen
über die ganze Distanz auf der Mauer laufen. Jeder Interessent
seiner Veranstaltung tut gut daran, sich im Voraus eine Aufstellung
seiner sportlichen Höhepunkte anzuschauen. Dazu zählen u.
a.: Finisher bei drei Triathlon-Weltmeisterschaften auf Hawaii, 72-Kilometer-Lauf
in der Sahara, Etappenlauf über 172 Kilometer von Sparta nach Olympia,
100-Kilometer-Nachtlauf bei Wien. Da kann man dann schon mal seine Maßstäbe
und Einstellungen zu sportlichen Leistungen ahnen und abschätzen,
was er seinen Athleten auf der Mauer anbietet. Die chinesische Regierung
hat die Anzahl der Teilnehmer seiner Veranstaltung auf 100 begrenzt.
Doch nun der Reihe nach. Die Athleten sind seit fünf Tagen in Beijing, kennen schon fast die ganze Stadt und wissen, wo es in der Nähe das beste Bier gibt (5 Yuan der halbe Liter, Biergarten Xiao Tianzhu Road). Es ist Freitag, am nächsten Tag soll der Lauf stattfinden - und es regnet! Die Wettkampfleitung gerät ins Schwitzen, da die Unfallgefahr auf nasser Wettkampfstrecke erheblich größer ist. Als Ausweichtermin ist noch der Sonntag möglich, dann ist das Zeitfenster zu. Für Montag ist der Flug nach Xian gebucht und Mitte der Woche geht´s mit dem Zug über 1200 Bahnkilometer von Peking nach Shanghai. Wichart hatte wohl bei den Wahrsagern oder Meteorologen in Beijing nachgefragt, denn am Abend wurden die Zeiten für den nächsten Tag bekannt gegeben. 04:00Uhr Wecken, 05:30h Abfahrt und Start um 09:00h in den Bergen von Jinshanling. Pünktlich. Der Architekt und Extremsportler Wichart Hölscher liebt die Pünktlichkeit - und das ist auch gut so. Jeder wusste Bescheid und alle haben sich problemlos für zwei Wochen an die Spielregeln gehalten. |
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Organisator
Hölscher hatte sich schon kurz nach Mitternacht auf den Weg nach
Jinshanling gemacht, um den Transport und Aufbau der zentralen Versorgungsstelle
und der drei Kontrollstellen auf der Mauer zu überwachen. Tische,
Stühle, Sonnenschirme, Getränke und Lebensmittel mussten in
einer logistischen Meisterleistung unter extremen Bedingungen transportiert
werden: Bei tiefster Nacht, ohne jegliche Hilfsmittel, nur mit chinesischer
Manpower über etliche Kilometer und über tausende von Stufen.
Kurz vor halb sechs und nach einem guten Frühstück begaben sich die Laufreisesportler von ihrem Sino-Swiss-Hotel zu den Bussen. Der Regen hatte tatsächlich aufgehört, die chinesischen Athleten und einige zeitweilig in Beijing arbeitende Deutsche waren eingetroffen und los ging´s in Richtung Laufabenteuer in China.
Auch auf
der Mauer war zum Glück alles trocken und nur ein leichter Nebel
lag über den Bergen zwischen Jinshanling und Simatai. Bei einigen
Läufern machte sich beim Anblick des Bauwerks Beklommenheit bemerkbar,
die durch den Dunst noch verstärkt wurde. Ähnlich muss sich
ein Soldat zu Zeiten der Ming-Dynastie gefühlt haben, der allein
auf einem Wachturm einer anrückenden Mongolenarmee gegenüber
stand. - Eine wirklich starke Herausforderung!
Aber alles lief nun nach Plan - keine Fahnenflucht oder andere Verzweifelungstaten - und Wichart schickte seine Läuferinnen und Läufer auf die anspruchsvolle Strecke. Zum Warmmachen gab´s einen Start gegen geschätzte 30 Prozent Geländesteigung. Die einzigen waagerechten Streckenabschnitte bildeten die Fußböden in den Festungstürmen, die alle paar hundert Meter durchquert werden mussten. Ansonsten ging es nur auf und ab. Oder besser gesagt: Treppauf und treppab. Nach meiner Schätzung besteht der Parcours zu 60 bis 70 Prozent aus Stufen. Die Stufen sind hier, im Gegensatz zum nicht restaurierten Teil der Mauer, in besserem Zustand, haben aber durch lange Nutzung runde Stufenkanten. Beschädigte Trittflächen und immer wieder unterschiedliche Tritthöhen forderten maximale Aufmerksamkeit der Athleten. Beim Abstieg macht sich das Fehlen von Handläufen besonders bemerkbar. Trotzdem laufen einige Sportler auch an steilen Passagen immer wieder treppab. Rettungshubschrauber gibt es hier nicht und Fahrzeuge können auf der Mauer nicht fahren. Wenn die Meute losgelassen wird, steuern wohl eher Emotionen das Tun und die Risikobereitschaft steigt. Zum Beispiel an einem Mauer-Ein/Auslass. Eine Treppe führt über fast die gesamte Mauerbreite bis auf Geländeniveau hinunter (rund sechs Meter) und wieder herauf. Auf gleicher Höhe der Mauerbahn bleibt nur der höchstens einen halben Meter breite Wehrgang: Auf der einen Seite mit den Zinnen auf der anderen gähnt (ohne Geländer) der Abgrund zur Treppe. Die meisten Läufer, die mit mir diesen Streckenpunkt durchqueren, nutzen trotzdem die waagerechte Abkürzung. |
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Die Mauer
ist ein beeindruckendes Bauwerk in einer besonderen Landschaft, kann aber
von den Läufern in Aktion nur ganz am Rand wahrgenommen werden. Alle
Aufmerksamkeit ist auf die Strecke gerichtet, die, wie schon erwähnt,
zum größeren Teil aus Stufen besteht. Da niemand die rote Laterne
ins Ziel tragen will, wird auch dort gelaufen. Hoch - soweit
es geht und runter - solange der Mut noch reicht. Eine Woche
später werden jedoch die Reiseteilnehmer bei einer mehrstündigen
Wanderung auf der Mauer genug Zeit für das großartige Bauwerk
und die Schönheit der Natur haben. Noch dazu mit Sonnenschein und
guter Fernsicht.
Mit der Vorgabe
"an der Gabelung mit der Zentralen Versorgungsstelle immer rechts
halten" und "an den drei Kontrollstellen wenden", hätte
es keine Orientierungsprobleme geben dürfen. Theoretisch jedenfalls
nicht. Praktisch sah das aber bei mir anders aus. Hatte zwischendurch
einfach den Faden verloren. Kommt vor. Besonders bei Treppenläufen.
Nach dem Lauf hat Wichart, wie versprochen, die zurückgehaltenen Einzelheiten bekannt gegeben: 1558 Höhenmeter und 18337 Stufen beim Marathon, 779 Höhenmeter und 9168 Stufen beim Halbmarathon sowie 362 Höhenmeter und 4406 Stufen beim 10-Kilometer-Lauf. Da alles im Zeitplan geblieben war konnten die Ausflüge nach Xian und Shanghai ganz entspannt angetreten werden. Den Text über diese Millionenstädte findet ihr unter den Fotos "Impressionen China" im Picasa-Album. Die zweiwöchige
Sportreise von Wichart Hölscher mit dem Lauf auf der Großen
Chinesischen Mauer war für mich ein eindrucksvolles Erlebnis. Der
Mauerlauf und Shanghai waren für mich die Höhepunkte dieser
Reise in ein Land, von dem man in Zukunft noch viel hören wird. |
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| 20
pictures from the running event see here 20 pictures "Impressions China" see here 25 pictures (Jörg) "Run and Wall-Sightseeing" see here Attention! There is no link back from Picasa to this site. |
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Rainer
Lingemann 06.10.09
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| Mit Teilnehmern aus: Deutschland, China, Schweiz, Österreich, USA, Italien, Singapur, Frankreich und Großbritannien. | |||||||||||||||||||
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Von
Roland Pflugbeil hat mich eine eMail erreicht: "... Die Wettkampf-Höhenlage
betrug ca. 349m bis 432m ü. NN nach m. GPS-Messung (GARMIN 305) bei
Jinshanling; die Wanderung mit Start im Simatai-Bereich begann bei 167m
ü.NN bis max. 606m ü.NN, die höchste Erhebung d. Chines.
Mauer dort betrug 999m ü.NN; das war die Höhenkette rechts vom
Aufstiegsweg, den wir von Simatai aus gegangen sind." -
Danke für die exakte Information Roland. RL
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Im
Laufforum postet Kathrinchen: "Klingt spannend, Glückwunsch
zum Finish, wenn es denn eins gab - wieviel hat dir der Reiseveranstalter
für die Werbung gezahlt??? Kathrin" - Liebe
Kathrin, in der Urkunde steht mit Unterschrift und Siegel: 10 km, 01:10:52,
9. Rang. RL
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Aus
der Schweiz mailt Christine Colombo und Markus: "... vielen Dank
für deinen tollen Bericht von unserem Abenteuer im Reich der Mitte.
Wir haben uns sehr darüber gefreut ..."
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Dr.
Wilfried Schneider mailt aus Oberhessen: "... Toller Bericht von
Dir zur Chinesischen Mauer. Es gibt also auch in unserem Alter noch echte
Abenteuer... "
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"ultraistgut",
Vollblutläuferin, schreibt im Runnersworld-Forum: "Toller
Bericht über einen tollen Lauf, den ich selbst schon gerne gelaufen
wäre und der jetzt mit deinem Erzählen noch mehr an Bedeutung
gewinnt. Danke!"
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Andrea
Manechl aus Bayern schreibt in ihrer Mail: "... also, genial Dein
Bericht. Wenn man das alles so liest und die Bilder noch mal Revue passieren
lässt, dann könnte ich meinen, ich bin ein zweites Mal dort
..."
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| Linda
Coombes mailed aus Toronto, Kanada: "... I really enjoyed looking at the photos taken in China at the wall. The photos are awesome. ..." |
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| Peter Taubald aus Burgdorf schreibt: "Eindrucksvolle Schilderung und schöne Fotos." | |||||||||||||||||||
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| Rainer Wiechmann aus Hannover-Laatzen schreibt: "...ja - das ist wirklich ein ganz besonderer Lauf und eine große sportliche Herausforderung!" | |||||||||||||||||||
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| Friedhelm Döbel aus Burgdorf schreibt: " Rainer, toller Bericht und bestimmt ein riesiges Erlebnis. Schön, dass du auch Fotos von dem Lauf gemacht hast " | |||||||||||||||||||
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