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5.
Runtalya
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Eine Laufveranstaltung
in Antalya/Türkei
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7. März
2010
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Für
einen Start in die Laufsaison nach langen Wintereinschränkungen bieten
sich mehrere internationale Laufveranstaltungen an: Dubai-, Marrakesch-,
Zypern- und Maltamarathon. Ein besonders gutes Preis-/Leistungsverhältnis
bietet der Touristikunternehmer Öger bei seiner Laufreise zum Runtalya
in der Türkei. Er ist kein klassischer Laufreiseveranstalter, hat
aber den Vorteil, dass er von vielen Flughäfen Deutschlands Direktflüge
zum Veranstaltungsort anbietet.
Die erste Orientierung vor Ort erhalten die Gäste, die auf mehrere Hotels verteilt sind, an den "Runtalya Help Desks". Dort steht zu ausgehängten Zeiten eine Person vom "Runtalya Team" als Ansprechpartner zur Verfügung. Diese Helfer sind auch später, ob bei der Startnummernausgabe im Einkaufszentrum Özdilek Park oder am Renntag leicht an der roten Weste mit dem Aufdruck "Runtalya-Team" zu erkennen. Zur Ausgabe der Startunterlagen hat der Veranstalter an zwei Tagen vor dem Lauf einen Bustransfer von den Hotels zum Einkaufszentrum (neudeutsch: Mall) eingerichtet. Von unserem Hotel, dem Sherwood Breezes, dauert die Fahrt ca. 45 Minuten. Vor dem Einkaufscenter werden Athleten und Begleiter von einer Jazzband in der schon bekannten roten Weste empfangen. Wenig später bin ich überrascht, als sich mir eine junge Türkin am Eingang in den Weg stellt und auf Deutsch fragt: "Marathon oder Halbmarathon?" Sportschuhe werden ja von vielen getragen. Vermutlich hat sie mich an meinem sportlich eleganten Gang erkannt und dass ich daher nur für Marathon oder Halbmarathon in Frage kam. Nicht etwa fünf oder zehn Kilometer. Sie verweist mich für meine 21 Kilometer auf die erste Etage.
In einer Klimatabelle
werden für Antalya im März 223 Sonnenstunden (= 7,2 h/d), 18°C
Tageshöchsttemperatur und eine Wassertemperatur von 17 °C angegeben.
Niederschlagsmengen sind in dieser Quelle mit touristischem Hintergrund
nicht quantifiziert. Dort heißt es: "Bis Anfang Juni und ab
Mitte September können auch schon mal heftige Regenschauer einsetzen".
Wie das in der Praxis aussehen könnte, haben die Ereignisse in letzter
Zeit gezeigt. Zum letzten Mal in kurzer Folge haben am 9. Februar 2010
starker Regen und schwere Stürme das öffentliche Leben in großen
Teilen der Provinz Antalya lahm gelegt. Am 25. Februar 2010 hat Hochwasser
am Düden-Wasserfall die Uferstraße (Laufstrecke Runtalya) blockiert. Beim Runtalya werden Strecken über 42, 21, 10 und 5 Kilometer angeboten. Im Prinzip handelt es sich um eine Pendelstrecke, bei der Start (Antalya Museum) und Ziel (Antalya Stadion) fünf Kilometer auseinander liegen. Die Veranstaltung findet am Sonntag, dem verkehrsfreiesten Tag, statt (nicht am Freitag). Transferbusse setzen die Athleten und Begleitpersonen auf dem Hof vor dem Museum ab. Kunststoffklohäuschen bieten ihre Dienste an, Umkleidemöglichkeiten sind auf dem weiträumigen Gelände vorhanden und Kleintransporter nehmen das Sportgepäck auf. Zum ersten Mal sehe ich vor den Toiletten Kunststoffwaschtische, an denen Seife vorhanden ist und fließendes Wasser mit dem Fuß in Gang gesetzt werden kann. Da ich noch Zeit bis zu meinem Start um 10:30h habe, gehe ich auf die Konyaalty Straße und schaue mir den Start des Fun Runs über vier Kilometer an. Ich bin überrascht, dass sich so viele türkische Männer, Frauen und Jugendliche im quirligen Startareal eingefunden haben. Der Veranstalter spricht später von 4 500 Teilnehmern am 4-Kilometer-Lauf. Nun wird es
auch für mich Zeit, meine letzten Startvorbereitungen zu erledigen.
Ich entscheide mich für mein kurzärmliges Spargelsprinterhemd
und gegen eine zusätzliche Weste. Mir fällt die Wettervorhersage
vom Vorabend für Norddeutschland mit minus zehn Grad ein und ich
genieße die Sonne. Jedenfalls jetzt noch.
Nach der Hymne
folgt auch bald der Startschuss und bei frühlingshaften Temperaturen
werden die Sportler auf den Weg geschickt. Auf der Konyaalti Straße
erreichen die Ausdauersportler bald die Altstadt, den schönsten Teil
der Strecke. Das Yivli-Minarett auf der rechten Seite ist das Wahrzeichen
von Antalya und zeigt an, dass in Kürze die Strecke auf die Atatürk
Straße abbiegt, um wieder mehr der Küstenlinie zu folgen. Da
mich alte Bauten interessieren, folgt für mich nun bei Kilometer
4,2 das Highlight an der Strecke: Das Hadrianstor. Es wurde anlässlich
des Besuchs von Kaiser Hadrian und seiner Frau Sabina 130 n. Chr. gebaut.
Auf dem nächsten Kilometer der Straße befinden sich auf der
rechten Seite noch Reste der alten Stadtmauer, bevor die Sportler die
Altstadt verlassen. Ich genieße das beruhigende Gefühl, dass nun die mir entgegenkommenden Läufer nicht mehr vor mir sind und mache hier und da noch einen kurzen Fotostopp. Kurz vor der Altstadt verlassen die Rückkehrer die Pendelstrecke für ein paar hundert Meter und erreichen den Eingang zum Antalya-Stadion. Eine halbe Stadionrunde noch und das lang ersehnte Ziel ist erreicht. Trotz des Gewühls finde ich Regina sofort und die Freude auf beiden Seiten ist riesengroß. Am Abend findet am gleichen Tag die Abschlussparty im "100 Yil Restaurant" statt. Eine kleine Ansprache wird für die 300 bis 400 Teilnehmer gehalten. Tanz- und Gesangsdarbietungen wechseln sich ab und beim gemeinsamen Essen gibt es viel zu erzählen. Bier und Wein machen die Aktiven des Tages wieder munter und die kleine Tanzfläche ist im Nu rappelvoll. Selbst der Berichterstatter und Spargelsprinter ist wieder frisch und lässt zusammen mit Regina kaum einen Tanz aus. So ein geselliges Zusammensein ist ein schöner Abschluss für einen ereignisreichen Tag fern der Heimat. Der Runtalya
ist von der Startnummernausgabe bis zur Abschlussparty eine hervorragend
organisierte Veranstaltung. In dieser Zeit stehen Frauen und Männer
des "Runtalya Teams" an allen Orten des Geschehens hilfsbereit
zur Verfügung. Auf der 21-Kilometer-Distanz habe ich eine attraktive
Strecke erlebt. Noch einmal werde ich wohl nicht am Runtalya teilnehmen, weil ich mich vom Veranstalter an der Nase herumgeführt fühle. Ich musste für mich und Regina vor Ort zusätzlich 78,- € für diverse Transfers und die Abschlussparty bezahlen, die laut Öger-Flyer im Preis enthalten sind. Im TUI-Reisebüro Burgdorf hatte ich die Öger-Laufreise mit dem Öger Runtalya Hotel aus dem Öger Katalog gebucht. Wie sich später herausstellte ist dadurch eine normale Pauschalreise entstanden, weil ich bei der Buchung nicht das Wort "Marathonpaket" erwähnt hatte. Im Flyer steht aber nichts davon geschrieben, dass der Kunde im Reisebüro das Codewort "Marathonpaket" erwähnen muss. Um die Vermittlungsgebühr an das Reisebüro zu sparen, ist der Veranstalter Öger natürlich an einer Internetbuchung interessiert. Bleibt nur im Sinne der Läufer zu hoffen, dass der Veranstalter die Latte in Zukunft nicht höher legt und stillschweigend voraussetzt, dass der Reisebürokunde bei der Buchung das Codewort "Marathonpaket" im A-cappella-Gesang vorträgt, um Transfer und Party auch zu erhalten. Einfacher und irritationsfreier wäre der Hinweis im Runtalya-Flyer: Bitte im Internet buchen, da sonst Nebenwirkungen und finanzielle Nachteile entstehen können. |
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Fotos von der Laufveranstaltung findet ihr hier 17 pictures from the running event see here |
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Hintergrundfoto:
Das Starterfeld für den 21-Kilometer-Lauf
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